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Mittwoch, 03 Februar 2021

Was uns in Zeiten der Pandemie Hoffnung schenken kann

Warum wir uns mit der Pandemie so schwertun, über Corona-Impfungen und überhaupt über uns Menschen:

Warum wir uns mit der Pandemie so schwertun?

Wir sind erfolgsverwöhnt. Die letzten paar tausend Jahre waren Epi-, Pan- und Endemien aller Art die Haupttodesursache für uns Menschen und diese Krankheiten bestimmten den Verlauf der Geschichte. Der Grund, warum man früher nicht besonders alt wurde, waren in erster Linie schwere, überall grassierende Infektionskrankheiten aller Art, die einem irgendwann Gesundheit und schließlich das Leben kosteten. Krebs zu bekommen war ja schon fast ein „Luxus“, den dazu musste man erst einmal erwachsen werden und die Kindheit überleben.

Erst mit der uns zur Normalität gewordenen Hygiene und den Impfungen wendete sich das Blatt, neben anderen Dingen natürlich. Heute werden schon die Kinder durchgeimpft und werden dadurch mit enormer Wahrscheinlichkeit ihre Kindheit überleben. Würden wir aufhören zu impfen und keine Hygiene mehr betreiben, wir wären wohl bald wieder im Mittelalter, denn ein moderner Staat kann nicht funktionieren, wenn ihm weitaus mehr Menschen plötzlich wegsterben, als er Nachkommen hervorbringt.

Wir sind erfolgsverwöhnt. Schwere Epidemien gab es schon lange nicht mehr. An der jährlichen Grippe sterben immer noch viel zu viele Menschen sinnlose Tode, „sinnlos“, weil es ja hierfür schützende Impfungen gibt. Aber es sind zu wenige Tote, als dass es den Staat destabilisieren würde. Wir werden nun in der Corona-Zeit daran erinnert, wie es früher gang und gäbe war, als Seuchen den Staat ins Wanken brachten.

Seuchen sind Naturkatastrophen wie Orkane oder Vulkanausbrüche, die man nie verhindern, aber durch intelligente Maßnahmen, Mut und Geduld eindämmen kann. Und daran müssen wir uns wieder erinnern. Hierbei sind es nicht Wassertropfen, Sturmwinde oder Feuersbrünste, sondern Viren, die uns gefährden.

Das Gute ist, wir sind viel besser gewappnet als die vielen Generationen vor uns. Der Mensch entwickelte Schutzmaterialien, Tests und Verhaltenspläne, um sich gegenüber neuen wie alten Seuchen schützen zu können. Er entwickelte eine Produktivität, die es ihm mittlerweile ermöglicht innerhalb relativ kurzer Zeit eine enorme Menge an Materialien aber auch an gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen zu erschaffen, um sich zu schützen. Und jetzt rede ich noch gar nicht von Impfungen.

So sehr uns das alles zu schaffen macht, so sehr wir fluchen und so sehr es viele in einen finanziellen Ruin treibt, stellen Sie sich mal vor, das ganze wäre vor 300 oder 100 Jahren passiert. Es wäre noch weitaus viel schlimmer. Wenn Sie wollen, dann schlagen Sie einmal ein Geschichtsbuch oder Wikipedia zu dem Thema auf.

Eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit, um dieser Naturkatastrophe Herrin zu werden, war und ist das Impfen. In einer noch nie dagewesenen globalen Anstrengung werden unzählige Impfungen gerade entwickelt und die ersten sind schon fertig. Nun gibt es viele Menschen, die zweifeln, ob es dabei mit rechten Dingen zugeht, wenn es so schnell geht.

Wir sind so erfolgsverwöhnt, dass wir unseren Erfolgen nicht mehr glauben können. Ich denke, wir haben schon lange aus den Augen verloren, zu was wir imstande sind, wenn wir nur wollen und uns global anstrengen. Ein paar Beispiele gefällig?

Das Ozonloch schließt sich wieder, seit wir die schädlichen Substanzen identifiziert und eingeschränkt haben. Die Pocken, eine der tödlichsten Krankheiten, haben wir komplett, mit ähnlichen Maßnahmen wie jetzt für Corona, ausgelöscht. Im Grunde sind wir heute weitaus besser ausgerüstet als damals für die Pocken. Die Lebenserwartung des Menschen steigt ständig an – zumindest in allen stabilen Staaten – ohne dass man da ein Ende absehen könnte, nachdem wir die Dinge identifizieren konnten, die unser Leben verkürzen und dagegen vorgehen, zum Beispiel gegen aggressive Viren.

Und wir werden immer besser dabei. Immer schneller werden wir dabei, so schnell, dass wir oft gar nicht mehr nachkommen, das zu verstehen und richtig umzusetzen. Wenn Sie und ich uns zum Beispiel bei einer Gesundenuntersuchung unterhalten, was Sie für Ihre Gesundheit tun können, bemerken Sie immer wieder, dass das gar nicht so leicht sei, das umzusetzen. Das ist oft deshalb so, weil wir uns als Gesellschaft dem Wissen noch kaum angepasst haben: Ob es z.B. gesunde Ernährung, gesunder Sport, gesunde Arbeitsverhältnisse oder Entspannungsmöglichkeiten sind. Es ist gar nicht so einfach eine ausgeglichene 365-tägige Vollversorgung im Jahr davon zu bekommen. Das Gegenteil ist oft sehr viel leichter erhältlich.

Ja, wir kommen nicht nach. Selbst mit den Corona-Impfungen. Wir haben sie entwickelt, wir wissen, dass sie enorm helfen, dass sie sicher sind. Nur sie Milliarden Menschen zu ermöglichen wird wohl Jahre dauern. Bis dahin müssen wir wohl mit den anderen Maßnahmen mehr oder weniger weitermachen. Etwas, was uns enorm dabei hilft sind Testungen. Auch da sind viele Menschen skeptisch und fürchten sich vor Fehlern beim Testen.

Die Erfindung von medizinischen Tests ist wohl ebenfalls ein Meilenstein im Gesundheitsverständnis des Menschen seinerzeit gewesen. Natürlich haben alle Tests, egal wofür, ihre Schwächen und es braucht ein ausreichendes, medizinisches Verständnis, diese zu erkennen und auszubalancieren. Das gilt auch für Therapien, Eingriffe und nicht nur für die Medizin.

Krankheiten frühzeitig zu finden und voneinander unterscheiden zu können ist das Um und Auf. Die leichte Verfügbarkeit von exakten Tests für Infektionskrankheiten ist etwas, das noch „jünger“ ist als die Erfindung der Impfungen, weil es eigentlich erst seit ein paar Jahrzehnten in großen Mengen produziert werden kann. Zusammen mit allen Quarantäne- und Hygienemaßnahmen sind wir so dennoch nicht in der Lage eine Pandemie zu besiegen, aber massiv einzudämmen. Nur das ist mühsam. Da kann bislang nur das Impfen eine Pandemie endgültig beenden. Eine Impfung dauert einmal exakt drei Sekunden und der Spuk ist vorbei, aber Testen, Schützen, Aufpassen, Einschränken usw. verlangt uns viel mehr ab, jeden Tag.

Dass wir trotz all dem Wissen immer strengere oder längere Lockdowns brauchen, ist zu einem großen Teil dem geschuldet, dass wir – verzeihen Sie bitte, dass ich es noch einmal bringe – zu erfolgsverwöhnt sind.

Die Lust viel zu testen ist überschaubar. Selbst Experten wollen nicht so richtig. Man möge sich doch was „Einfacheres“ einfallen lassen.

Den Staat zusperren will sowieso niemand, außer vielleicht der Onlinehandel, nur das wird auch irgendwann fad.

Abstand halten zu allen Menschen, sich zu maskieren und in Desinfektionsmittel zu „baden“ ist uns allen auf Dauer (zu) aufwendig. Man macht dann immer wieder einmal eine Ausnahme. Nur leider ist es wie mit dem Geschlechtsverkehr: Wer beim Verhüten „Ausnahmen“ macht, darf sich nicht wundern, dass die Biologie es nicht macht.

Es steht uns noch ein langer Weg bevor, bis diese Krise vorbei ist und wir wieder Zeit für neue Krisen haben. Oder die alten. Versuchen Sie es nicht zu erzwingen, dass Ihr Leben je so bleibt, wie es war und werden sie nicht skeptisch gegenüber den Impfungen oder den Maßnahmen, nur weil sie vielleicht unangenehm sind oder ihr Leben – vorübergehend- einschränken. Fluchen Sie, aber verleugnen Sie das alles bitte nicht.

Auch diese Krise wird ganz sicher vorübergehen, weil das Leben mit uns noch nicht fertig ist und sich freilich schon wieder was Neues für uns ausgedacht hat, um uns zu ärgern. Oder zu verwöhnen. Schauen wir nur, dass wir möglichst niemanden zurücklassen und wir am besten alle uns den nächsten Dramen aber auch Freuden wieder stellen können!

So, jetzt habe ich mit Ihnen eine Runde gedreht, durch die menschliche Geschichte, die menschliche Natur und die Pandemie. Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar Fragen zu Hintergründen beantworten, für die in unseren Gesprächen in der Ordination leider oft zu wenig Zeit bleibt.

Wenn Sie noch etwas besonders „Geistreiches“ zum Thema Impfen lesen wollen, dann empfehle ich Ihnen meinen kurzen Text vom April letzten Jahres

Dr. Werner-Heinz Kállay

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