Die große Schande

Es ist kaum zu glauben, wie all das durch Covid verursachte Leid verdrängt wird.

Nicht das Leid der Schifahrer, die nicht fahren dürfen, der Kinder, die eine Maske tragen sollen oder das Leid der Familien, die nicht alle zusammen dieses Jahr Weihnachten feiern dürfen.
Ich meine das Leid der Menschen, die einsam an Covid versterben, in Isolierzimmern, auf Intensivstationen oder allein zu Hause, das Leid der Menschen, die schwer erkranken, sich nicht fangen, aus ihrem Leben gerissen werden. Das Leid der Hinterbliebenen, Angehörigen, die Tag für Tag hoffen, das ihr Liebster, ihre Liebste es doch noch überleben oder die trauern, dass sie ihnen genommen worden sind. Das Leid der Menschen, die nicht an Covid erkrankt sind, aber an etwas anderem, doch aufgrund dessen, dass die Spitäler und Intensivstationen voll sind, nicht mehr die volle Medizin bekommen. Die Sterbeziffern der Covid- und Nicht-Covid-Toten steigen weiter und weiter. Eine trauriger Rekord nach dem andern.

Wo ist die Solidarität für all die Menschen, die um das Leben der Corona-Kranken kämpfen, die schützen, testen, versorgen, trösten, behandeln, oder einfach nur wo es brennt einspringen und helfen? Pfleger, Helfer, Ärzte, Therapeuten, Assistenten usw. die unter Einsatz ihrer Gesundheit und leider auch ihres Lebens Tag und Nacht, pausenlos Unmögliches seit einem dreiviertel Jahr leisten? Und wo wird über ihr Leid gesprochen, das alles auszuhalten?

In der Wiener Innenstadt brennen tausende Kerze für die Ermordeten des schrecklichen Anschlags. Es ist schön, dieses Zeichen zu sehen. Nur wo brennen die tausenden Kerzen für unsere Covid-Toten und die, die es – oft mit Folgeschäden – gerade noch überlebt haben?

Warum wird all dieses Leid nicht vor den Vorhang geholt und gezeigt? Warum nur Zahlen, warum immer nur Kritik, warum nur die Probleme all jener, die noch nie diese vereinsamende Krankheit in seinem vollen Umfang je gesehen, je gespürt haben? Warum nur so oft nur diejenigen, die auf etwas verzichten müssen, das sie nächste Jahr wieder haben können?

Wir hatten schon lange nicht mehr ein so schweres gesundheitliches Schicksal zu bewältigen, wo so viele Menschen in Einsamkeit erkranken, leiden und versterben. Warum lassen wir sie in dieser Einsamkeit?

Unser Verdrängen dieses Leids ist eine Schande.

Dr. Werner-Heinz Kállay

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