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Telefondienst bieten wir AUSSCHLIESSLICH jeweils in der Stunde vor Ordinationsbeginn an, also: Montag 12-13, Dienstag 9-10, Mittwoch 13-14, Donnerstag 8-9 und Freitag 8-9 Uhr. 

Neu ist auch unser Rezept-Anrufbeantworter RUND UM DIE UHR. Die Rezepte können Sie dann am nächsten Werktag in der Apotheke Ihrer Wahl oder bei uns abholen.

Leider können wir derzeit keine neuen PatientInnen annehmen.

Freitag, 22 Mai 2020

Aktuelle Informationen Ihres Hausarztes zur Corona-Krise und was Sie sonst noch ärgern könnte

Werte PatientInnen!

Verzeihen Sie bitte, dass ich Sie in meinem Urlaub störe, aber ich möchte die Zeit nutzen, um Sie am Laufenden zu halten. Als Ihr Hausarzt sehe ich es ein Stück als meine Aufgabe, Ihnen zumindest durch den medizinischen Teil der Krise zu helfen und bei der Gelegenheit ein „Update“ geben.

  • Ist jetzt eigentlich jetzt noch Krise, oder wurde sie abgesagt, vertagt, halbiert oder hat es sie eh nie gegeben?

Nunja, dieses Vakuum ist eben die Krise, dieses Schwert des Damokles, das über einem schwebt. Nicht ständig sichtbar, aber dennoch da. Es fordert uns ständig auf vernünftig und besonnen zu handeln. Die erste Welle ging über uns und riss zwar nur relativ wenige mit sich, doch für diese Menschen hat all unser Bemühen nicht ausgereicht. Auch die Geschehnisse rund um Ischgl stimmen einen nicht besonders patriotisch, wenn man sieht wie schnell alles schiefgehen kann, wenn man nicht ernsthaft und konsequent agiert.

Die Infektionszahlen waren im Fallen und das rechtfertigte natürlich die strengen Regeln zu lockern, nicht zuletzt müssen wir auch weitermachen und uns aus der Schockstarre wieder erheben. Normalerweise mache ich mich lustig darüber, wie die Wirtschaft uns Menschen dominiert, so als hätten nicht wir Menschen die Wirtschaft hervorgebracht, sondern die Wirtschaft uns. Doch hier hilft sie uns vielleicht, um weiterzumachen. Ich hoffe mit Maß und Ziel. Das wäre aber etwas Neues.

Auch wir, als Ihre Hausarztordination passen uns an und stellen uns ständig um, dass mir selber manchmal schwindelig wird. Momentan steigen die Infektionszahlen wieder leicht, also schauen wir mal wie sich das in weiterer Zukunft auswirken wird. Ich bitte Sie Nachsicht zu haben, wenn nicht immer alles rund läuft. Sie werden es mir vielleicht nicht glauben wollen, aber für vieles kann ich wirklich nichts. Hier ein paar Beispiele:

  • Warum sind meine Medikamente nicht in der Apotheke zum Abholen bereit?

Das Hochladen der Medikamente ist immer noch abenteuerlich und es klappt einfach nicht und Sie stehen in der Apotheke und bekommen nichts außer ein freundliches Lächeln. Bei uns sieht das so aus, dass wir über dem Bildschirm brüten und staunen, dass sich ein Medikament hochladen lässt, ein anderes nicht. Eines lädt sich am besten mittwochs hoch und das andere nur zu ungeraden Stundenzeiten. Wenn wir die involvierten Firmen anrufen und fragen warum es nicht klappt, was glauben Sie bekommen wir zu hören: Richtig geraten, der Fehler liegt immer irgendwo anders. Wir tüfteln weiter, wir sind ja alle ausgebildete Informatiker.

  • Warum bekommen Sie nur einen Monatsbedarf derzeit von mir verschrieben?

Am Anfang der Corona-Krise wurden wir seitens der Krankenkassen bzw. Ärztekammer angehalten möglichst einen Bedarf für drei Monate aufzuschreiben, damit Sie nicht so viel herumlaufen müssen und sich und andere anstecken könnten. Kurz darauf kam die gegenteilige Order, weil den Apotheken scheinbar die Medikamente auszugehen drohten: Nur noch einen Einmonatsbedarf verschreiben, damit nicht noch mehr Medikamentenengpässe entstehen.
Es hat wenig Sinn, wenn Sie sich darüber beschweren wollen, da das kaum jemand weiß oder versteht oder gar kennt, was der aktuelle Stand ist, auch nicht bei den offiziellen Stellen. Aber hier können Sie es übrigens nachlesen.

  • Warum schicken Sie mir keine Befunde, Krankenstände und Überweisungen mehr per E-Mail?

Weil die Rechtslage einfach nur unklar ist, wie ich was, wann und wie zu „verschlüsseln“ habe. E-Mails gibt es erst ca. seit 30 Jahren und die gesetzlichen Regeln sind nicht klar genug außer in der Theorie natürlich. Es wird geklagt und die Gerichte sehen das alles noch mal anders. Seien Sie bitte nicht verwundert, momentan tut oder nicht tut jede Ärzt*In so wie sie glaubt.
Vielleicht haben Sie eine Strafe in den letzten Monaten bekommen, weil Sie sich „unerlaubt“ – entgegen der Ausgangsbeschränkungen – außer Haus begeben haben. Sie können nun das Bußgeld wieder einfordern, denn diese Regelung, die uns die Regierung in täglichen Pressekonferenzen präsentierte, gab es gar nicht. Nehmen Sie das als Beispiel wie verwirrend alles sein kann. Aja und sollten Sie in der nächsten Zeit eine Strafe angedroht bekommen, weil sie den 1m-Abstand nicht eingehalten haben, dann machen Sie es wie unser Bundeskanzler und sagen Sie vielleicht: „Wir waren gerade so berührt und überrascht und überwältigt uns wiedersehen zu können!“ Doch ich fürchte, dass das nur zieht, wenn man Bundeskanzler ist. Und ähnlich geht es mir mit den E-Mails.

Fazit: Sie dürfen mir alles unverschlüsselt emailen, das ist vollkommen erlaubt, nur ich möchte mich zurückhalten, was ich Ihnen unverschlüsselt emailen kann.

  • Warum ging vieles so einfach und unbürokratisch in der Krise?

Am Höhepunkt der Corona-Krise herrschte ein bisschen ratlose Anarchie und alle Welt improvisierte herum, dass es eine Freude war und auch wir haben Regeln und Gesetze „angepasst“ bzw. uns an ständig neue Vorgaben anzupassen versucht und das auf Basis dessen, dass es überhaupt keine Gesetzesgrundlage für eine Pandemie gibt. Manches hätte ich Ihnen gerne weiter erhalten, z.B. alles per Telefon und eben per E-Mail zu erledigen. Doch glauben Sie mir, die Qualität ist wirklich auch besser, es persönlich zu klären. Aus dreimal in den Hörer husten, eine Krankheit zu diagnostizieren, war ein witziger Versuch. Nicht zuletzt deswegen lade ich Sie zu Untersuchungen ein, vorbeizukommen und deshalb muss ich wieder mich mit dem zurückhalten, was ich Ihnen emaile.

Also wenn Sie sich das nächste Mal ärgern, dass Sie nur eine Packung in der Apotheke bekommen, oder gar kein Medikament zum Abholen bereit ist, wenn Sie per E-Mail keine Befunde mehr bekommen und deshalb gar schon wieder persönlich vorbeikommen müssen, obwohl Sie eh kaum Zeit haben und dann bei mir in der Ordination auch noch warten müssen, weil auch bei uns das Personal knapp ist: Herzlich willkommen, in der neuen, alten Normalität.

Wir bemühen uns weiter,

Ihr Dr. Kallay

Ordinationszeiten

Montag 13.00 - 17.00
Dienstag 10.00 - 14:00
Mittwoch 14.00 - 19.00
Donnerstag 9.00 - 12.00
Freitag 9.00 - 13.00

Alle Kassen und privat
Termine nach Vereinbarung
Telefondienst: 1 Stunde vor Ordinationsbeginn

Kontakt

Tel.: 01/774 62 44
Fax: 01/77 462 44 DW 20
E-Mail: ordination@kallay.at
Web: www.kallay.at
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