Was wir über die Geschäftswelt und das Verlegen von Büchern gelernt haben

Unser gescheitertes Experiment mit dem Verlag BoD und was man besser machen kann – ein Bericht und eine Anleitung, sich in der Geschäftswelt und bei Verlagen im Speziellen, als kleiner Kunde zurechtzufinden.

 

FAZIT

Die größten Problempunkte, nicht nur bei BoD, sondern bei wahrscheinlich allen (größeren) Verlagen und Firmen:

  1. Undurchsichtigkeit und mangelnde Kontrolle für den Kunden
  2. Bindung
  3. Leere Versprechungen, irreführende Werbung
  4. Kein Konfliktmanagement (es springen andere Kunden in den Social-Media-Foren oft für „ihre" Firma ein. Offizielle Statements sind selten.)
  5. Vernachlässigung der eigenen Internetforen etc.
  6. Automatische Abläufe statt individuell abgestimmtes Service
  7. Mehr Pflichten als Rechte (Eigene Rechte sind schwer einzufordern, nur unter großem Aufwand)
  8. Kaum motivierte Mitarbeiter für kleine Kunden (Selbst ein Minimalservice kostet extra)
  9. Selten Aufwandsentschädigungen
  10. Endloses Lesen von AGBs (Allgemeinen Geschäftsbedingungen), Gesetzen und Erfahrungsberichten
  11. Der Kunde ist König, wenn er extra zahlt. Sonst ist er der Hofnarr.

 

BERICHT

Zu allererst möchten wir unsere Erwartungen aufzählen, mit denen wir zu einem Verlag wie BoD gingen, was dann wirklich passierte und was man unserer Meinung besser machen kann.
Unseren detaillierten Bericht zu BoD findest Du hier.
Erwartung 1:
  • BoD ist ein Print-on-demand-Verlag und ein Unternehmen von Libri, einem der größten deutschen Buchgroßhändler. Er bietet seit über 10 Jahren sein Service an. Aufgrund der Anbindung an Libri und der langjährigen Erfahrung auf dem Büchermarkt haben wir uns kompetente und professionelle Leistungen im Bereich Buchdruck und Buchvertrieb von BoD erwartet.
Realität:
Von Autoren, die schon länger bei BoD sind, wurde uns das so erklärt, dass obwohl der Rechtsform nach BoD ein Verlag ist, ist er eigentlich nur eine Druckerei, die ihre Bücher beim VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) meldet. Man darf sich im Grunde keine sonstigen Services erwarten. Alle Probleme, die entstehen, um die muss man sich selber kümmern z.B.: Wenn ein Buch zwei oder mehrere Autoren hat, dann muss man damit rechnen, dass viele Onlineshops Probleme damit haben, zwei oder mehr gleichberechtige Menschen als Autoren eines Buch darzustellen, obwohl es BoD ermöglicht. Man muss sich selber darum kümmern, dass die Shops einen richtig darstellen. BoD sorgt nur für die Anbindung an das VLB. Letztendlich muss man sich erst recht wieder um alles selber kümmern und die Hoffnung, dass BoD als Verlag auf dieses Problem hinweist, dem zuvorkommt oder selbständig oder ausreichend den Autoren helfen kann, das hat sich so gut wie gar nicht bestätigt.
Besser:
Du brauchst keinen Verlag wie BoD. Suche Dir lieber eine Online-Plattform, die auch druckt und die Bücher verschickt. Mache das Service, das Du suchst, von Anfang an selber. Es ist anstrengend, aber Du lernst sehr viel dabei. Du hast mehr Überblick, mehr Kontrolle und bist nicht vom Wohlwollen eines Verlages abhängig, der vielleicht nie Zeit für Dich hat.
 
Erwartung 2:
  • Man gibt an BoD für 5 Jahre die Urheberrechte ab, kann sich aber für 300 Euro „freikaufen". Zum anderen geht man eine 5-jährige Bindung ein, was ein Vertrauensvorschuss an den Verlag ist. Man erwartet sich, dass dieser seine Kundenbeziehungen nun pflegt.
Realität:

Das ist wahr, dass man sich „freikaufen" kann. Doch was machst Du, wenn BoD Deine Erwartungen nicht erfüllt und seine Serviceleistungen kaum einhält? Und nicht einmal Einsicht hat und alle Beschwerden von sich weist? Bist Du dann immer noch bereit nach viel Arbeit und auch Ärger noch 300 Euro obendrein an BoD zu bezahlen? Noch dazu ist es ja aufgrund des Minimalservices kaum möglich, sich darüber mit BoD auszutauschen oder Verbesserungen und Lösungen vorzuschlagen. E-Mails werden nicht beantwortet, intern nicht weitergeleitet oder gar nicht wirklich gelesen. Bleibt also anrufen und anrufen und anrufen.

Gleichzeitig ist es schwieriger Dein Buch im Web ins rechte Licht zu stellen, da Du ja an BoD gebunden bist und er schreibt vor, was Du tun darfst und was nicht. Du kannst nicht einfach einen großen Teil veröffentlichen oder das Buch oder Ebook umbauen. Das kostet dann wieder. Man kann z.B. auch nicht als Werbemaßnahme E-Books verschenken, weil Dir das Buch rechtlich nicht mehr gehört.
Und um es noch einmal zu sagen, es gibt keine Pflege im Sinne eines Service für die Kunden. Nur unter Nachdruck, bis zu einem gewissen, schnell erreichten Grad. Du hast mehr Pflichten als Rechte.

Besser:
Binde Dich nicht! Erst wenn Du einen Verlag sehr gut kennst, Du ein wirkliches Verkaufskonzept und Erfahrungen hast, dann kannst Du es Dir einmal überlegen. Es gibt keine Abkürzungen und es ist besser alles langsam herauszufinden. Und mehr Pflichten bedeutet nicht mehr Rechte! Such Verlage bzw. Druckereien, die Dich nicht sofort binden. Letztendlich ist es das einzige "Argument", was wirklich eines auch für Deinen Partner ist: Dass Du kostenfrei gehen kannst, wenn Du unzufrieden bist. Bist Du aber gebunden, kannst Du nicht gehen oder Du musst sogar etwas dafür zahlen. Das macht es für Dich schwieriger, wenn Du mit dem Service unzufrieden sein solltest. Denn auch Deine Rechte einzuklagen, wird sich für den Streitwert, um denn es geht, kaum lohnen.
 
Erwartung 3:
  • BoD ist online und voll automatisch, errechnet Dir Deine Tantiemen fast augenblicklich und verschickt auch Deine Bücher automatisch und sicher.
Realität:
Meistens funktioniert es. Oder auch nicht und dann wird es schwierig, wenn bestellte Bücher nicht verschickt werden. Es gibt auch keine interne Revision oder ähnliches. Wir haben nie erfahren, wie viele Bücher es waren, die nicht verschickt wurden. Hätte uns eine Journalistin nicht darauf aufmerksam gemacht, dass sie seit Wochen auf ihr Buch wartet, wüssten wir nichts von diesem Umstand. Und wir wissen es bis heute nicht, ob jetzt wirklich alles verschickt wird, alle Versuche der Nachfrage endeten ohne Antwort.
Besser:
Egal, wie es verrechnet wird und ob der Vertrieb automatisch ist oder nicht, Du musst prüfen und überprüfen. Und wenn es undurchsichtig wird und dem Verlag das egal ist, dann gehe besser gleich. Deswegen binde Dich nicht gleich, sondern sammle zuerst Erfahrungen und lerne den Verlag kennen. Egal wievel Du Dich informierst, Du wirst Deinen Geschäftspartner erst dann so wirklich kennenlernen, wenn Du mit ihm zusammenarbeitest.
 
Erwartung 4:
  • Große Onlineforen, die es seit Jahren gibt. Die anderen Autoren helfen Dir weiter, wenn Du in der Klemme steckst oder unzufrieden bist.
Realität:
Nicht alle. Es kommt auf die Autoren an, die die „Meinungsführer" in den Foren sind. Es ist sehr enttäuschend, wenn Du plötzlich Hilfe von der Gemeinschaft brauchst, diese aber eine ganz andere Philosophie hat als Du. Man ist in Foren relativ anonym. Da gibt es für viele weniger Hemmungen.
Besser:
Schau Dir die Beiträge an und achte auf den Umgangston. Beobachte und lies Dich ein. Suche Dir Foren mit Gleichgesinnten, die auch Deine menschlichen Werte teilen.

Unseren detaillierten Bericht zu BoD findest Du hier.

Am Ende sollte man alles nicht zu ernst nehmen. Hier etwas zum Schmunzeln: Beste Ausreden von Firmen, warum sie ihren Pflichten nicht nachgekommen sind – gelernt bei BoD


Unsere Erfahrung mit dem Verlag BoD GmbH

Unsere Erfahrung mit dem Verlag BoD GmbH

In diesem Beitrag beschreiben wir, die Autoren, unsere - leider nicht so gute - Erfahrung mit dem Verlag BoD (Books on Demand GmbH), wo wir unser erstes Buch "Mut zum Glücklichsein" herausgegeben haben. Wir wollen darauf hinweisen, dass es sich dabei um unsere persönliche, subjektive Erfahrung handelt. Es ist vorwiegend für Autoren gedacht, die überlegen, ein Buch bei BoD herauszugeben.
Beste Ausreden von Firmen, warum sie ihren Pflichten nicht nachgekommen sind – gelernt bei BoD

Beste Ausreden von Firmen, warum sie ihren Pflichten nicht nachgekommen sind – gelernt bei BoD

 
Etwas zum Schmunzeln:
 
 
    1. Es war Ostern.
    2. Es war Weihnachten. (Unsere Antwort: Ja, natürlich, etwas ist immer.)
    3. Ich war auf Urlaub, hat Sie darüber wirklich niemand informiert? (Unsere Antwort: Nein, aber vielleicht war der Zuständige, der mich informieren sollte, ja auch auf Urlaub.)
    4. Der Kollege ist krank.
    5. Die Kollegin arbeitet nur vormittags, aber sie wird Sie ganz sicher morgen zurückrufen.
    6. Ich werde mich sofort darum kümmern. (Unser Kommentar: Ein Evergreen)
    7. Ihr E-Mail ist ja weitergeleitet worden, eigenartig, dass sich keiner bei Ihnen gemeldet hat. (Werners persönlicher Favorit)

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