Impfen?

Impfen?

Da so viel über Impfen geredet wird möchte ich euch meine Erfahrungen als Patient und Arzt erzählen.

Ich bin großgeworden mit dem Wissen, dass ich als kleines Kind von einer Masernimpfung schwer krank geworden bin und bis zur Pubertät damit zu schaffen hatte. Ich war oft krank und meine Mutter führte es auf die Masernimpfung zurück. Doch ich muss dazu sagen, dass ich irrtümlich geimpft worden bin, als ich krank war. Es ist verboten zu impfen, wenn Menschen echt krank sind. Aber der Arzt machte einen Fehler in der Hektik seiner Arbeit.
Ich bin schließlich an den „Impfmasern" erkrankt. Sehr selten aber doch kann es passieren, dass eine Impfung die Krankheit, vor der sie bewahren soll, auch auslöst. Ich muss aber dazu sagen, dass ich selber der einzige Fall bin, von dem ich persönlich gehört habe, wo das in dieser Intensität passierte.

Es war keine leichte Zeit, doch ich wurde groß und bin heute gesund. Ich wurde Arzt und war immer ein Impfkritiker.

Ich begann 2009 für ein Jahr in einer Kinderarztpraxis im 16. Bezirk in Wien zu arbeiten. Es war mehr als eine interessante Erfahrung, da der 16. Bezirk in Wien ein Einwandererbezirk ist und ich so Kinder aus aller Welt kennenlernte.

Schon am ersten Tag war mir mulmig zumute, weil ich sofort sah, dass der moderne Kinderarzt der „Impfarzt" von früher ist. Viele Haupttätigkeiten des Kinderarztes sammeln sich rund um das Impfen.

Es war für mich ein Gewissenskonflikt. Wie konnte ich all die Kinder impfen, mit meiner Vorgeschichte?

So begann ich meine eigene Erforschung des Impfens mit zwei Dingen:
1. Ich ließ mich dort gegen alles impfen, was es gab und erforschte die Nebenwirkungen. Ich impfte mich gegen Schweinegrippe, Zecken, Meningokokken und am Ende auch noch einmal gegen Masern (denn laut Impflogik sollte mir nun nichts mehr passieren).
2. Ich untersuchte alle Kinder auf Nebenwirkungen und quetschte oft die Eltern aus, wie es den Kindern nach der Impfung erging.

Was soll ich sagen? In dem einen Jahr, in dem ich dort arbeitete, passierte nichts Schlimmes. Nur ein Kind, das ich aber nie kennengelernt hatte, verstarb. Es war ein Mädchen, das aufgrund von schweren Geburtskomplikationen sehr schwer behindert war und zahlreiche Erkrankungen hatte. Es war der einzige Todesfall in der Oridination in einem Jahr.

Ich erlebte – vielleicht hatte ich einfach nur Glück – persönlich keinen einzigen Todesfall. Obwohl wir auch Kinder aus ärmsten oder gewalttätigen Verhältnissen hatten. Es gab natürlich schwer kranke Kinder auch, doch diese waren es meistens von Geburt an oder erkrankten an Krankheiten, für die es keine Impfungen gibt.

Ich selbst war 2 oder 3 Mal ein paar Tage krank, was normal ist wenn man den ganzen Tag mit kranken Menschen zusammen ist. Aber auch das war weit von Impfreaktionen entfernt. Auch die Berichte der Eltern waren gut. Ab und zu wurde ein Kind leicht krank, aber nie was Schlimmes oder Dauerhaftes. Natürlich kann ich nicht sagen, ob sie nicht viele Jahre später ein Problem von der Impfung bekommen werden. Doch wie soll man so etwas aber auch wirklich nachweisen können? Das macht allgemein Probleme auch bei Medikamenten, nämlich ihre Langzeitauswirkungen herauszufinden. Es gibt natürlich unzählige Studien zu möglichen Langzeitauswirkungen, die dengängigen Impfungen und Medikamente natürlich gute Zeugnisse ausstellen. Auf die muss ich mich als Arzt verlassen.

Ich habe natürlich nur einen kleinen Ausschnitt gesehen. Ich möchte aber nicht den Eindruck erwecken, dass ich von der Pharmaindustrie oder Medizin gesponsert wäre.

Die Medizin, wie der Rest der Welt übrigens, funktioniert in einem gelungenen Fall so, dass wir ein großes Übel gegen ein Kleineres tauschen. Wir schafften es bislang nicht direkt ins „Paradies" einer infektionskrankheitsfreien Welt zu springen und mit einem Schlag alle Missstände zu beseitigen, ohne neue Probleme zu erschaffen. Sondern wir entwickeln uns Stück für Stück weiter. Und jeder Schritt bringt neue Probleme und Herausforderungen mit sich, hoffentlich kleinere als zuvor. Das müssen wir ständig beurteilen, was sich dabei ausgezahlt hat und was nicht.

Zum Beispiel die Geburtensterblichkeit. Heute sterben in der „westlichen Welt" viel weniger Mütter und Kinder bei der Geburt als früher. Ein Grund von vielen dafür ist der weitverbreitete Kaiserschnitt. Vereinfacht gesagt tauschen wir dabei: Wir setzen viele, mehr als nötige Kaiserschnitte ein, um die Mütter und Kinder zu erfassen, die es wirklich brauchen. Natürlich ist ein Kaiserschnitt eine Operation und macht Nebenwirkungen. Da gibt es keine Diskussion. Doch insgesamt scheinen wir gut getauscht zu haben, also dass die Summe aller Nebenwirkungen der Kaiserschnitte weniger schlimm ist, als die vielen Geburtskomplikationen, die es ohne den Kaiserschnitt geben würde. So auch mit dem Impfen.

Ich war übrigens auch ein Kaiserschnittbaby, ein Notfallkaiserschnitt bei Geburtsstillstand. Ohne dem Kaiserschnitt würde es mich heute wahrscheinlich nicht geben. Oder meine Mutter.

Um die Betrachtung klarer zu machen, möchte ich noch ein Stück weiter ausholen: Die wahren Probleme der Welt sind in erster Linie keine gesundheitlichen, auch wenn es oft so ausschaut. Die wahren Probleme sind Armut, Ungerechtigkeit, Gier, Stress und Angst. Daraus resultieren schließlich auch die gesundheitlichen Probleme. Denn Seuchen wie die Pest, Cholera, HIV, Kinderlähmung, Hepatitis oder früher auch die Pocken können sich oft nur dort explosionsartig verbreiten, wo es große Armut, wenig Hygiene und wenig Bildung u. ä. gibt.

Es ist auch bekannt, dass Impfungen, wie alle Pharmazeutika, ein Milliardengeschäft sind und der Profit kommt dabei sicherlich oft der Gesundheit zuvorkommt, wie wir leider es oft zur Kenntnis nehmen müssen.

Impfungen und Medikamente sind keine Wundermittel und wir wissen, dass ihre Erforschung sehr viele Menschen und Tiere das Leben gekostet hat. Alleine wenn sich die Medizingeschichte anschaut: So vieles was man früher als "Medikament" verabreichte, war oft nur "Gift" im schlimmen Sinne. Man denke an die "Quecksilberbehandlungen" noch im 19. Jahrhundert. Aber ich persönlich denke, dass sie insgesamt mehr Gutes als Schlechtes bewirkt haben. Aber ohne das Schlechte kleinreden zu wollen.

Ich glaube, was mich und viele Menschen abschreckt, ist diese große Ungerechtigkeit und fehlende Transparenz in der Medizin und der Pharmaindustrie. Es fehlt ihnen, öffentlich über diesen Spagat zwischen Geld und Gesundheit zu reden und uns mitentscheiden zu lassen.

Der Medizin fehlt es an Aufarbeitung ihrer selbst, denn sehr viele Menschen sterben durch Medizin. Es fehlt ihr auch über die vielen Fehlschritte zu reden, die viele das Leben gekostet hat. So wissenschaftlich, transparent und sinnvoll die Logik der Biochemie sein mag. Die Menschen und Institutionen dahinter sind es nicht.

Nur ich glaube, dass es noch sehr lange dauern kann, bis all das aufgearbeitet wird. Denn die Medizin ist nur ein Teil unserer Welt und hat dieselben Probleme wie der Rest der Welt. Was gibt es nicht alles aufzuarbeiten!!!
Und solange eine Milliarde Menschen hungern, noch mehr in Armut leben, eine winzige Schicht über das Vermögen der Welt verfügt, jeden Tag ein Krieg ausbrechen könnte und Atomkatastrophen Teile der Welt unbewohnbar machen, sind Impfungen noch ein kleines Problem. Im Gegenteil, ich bin froh, dass wir Menschen auch etwas erfunden haben, was uns vor den Auswirkungen unserer unzähligen Fehltritte auch teilweise schützen kann. Zumindest hoffe ich das.

Bildung, Wohlstand, Hygiene, Weisheit und vor allem Liebe zu den Kindern sind die beste Medizin. Wer impft uns das?

Ein abschließender Gedanke zur Impfpflicht:

Ich finde es übrigens falsch, wenn man Eltern zum Impfen unter Androhung des Kinderentzugs zwingt. In manchen europäischen Staaten ist es so. Ich finde man sollte informieren und die Menschen selbst entscheiden lassen, anstatt es sich „leicht" zu machen und einfach etwas aufzuzwingen. Das mag im ersten Moment zwar eine Lösung darstellen. Es bringt aber auf lange Sicht große Probleme, wenn man Menschen, noch dazu ständig, zu etwas zwingt.

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Jede Impfung ist ein riesiger Akt des Vertrauens

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Das eigentliche Problem bei diesem Thema, wie bei so vielen anderen Themen, ist, dass da so viel durcheinanderkommt.
Die Idee des Impfens an sich ist etwas Gutes. Man löst eine kleine harmlose Reaktion im Körper aus, um so einer möglichen großen Krankheit mit schweren Komplikationen vorzubeugen. Dabei wird so auch Stück für Stück diese Krankheit ausgerottet, weil sie sich nicht mehr verbreiten kann, wenn alle immun dagegen sind. Jetzt kommen aber die Probleme ins Spiel.
Erfahrungsbericht über die Arbeit im Krankenhaus als junger Arzt in Österreich 2009 - Vorwort (1/10)

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Teil 1 von 10: Vorwort

Mein Erfahrungsbericht richtet sich nicht nur an junge Mediziner, die so wie ich, oft keinen vernünftigen Sinn in der Art und Weise sehen, wie Medizin gemacht wird und wie Krankenhäuser funktionieren. Der Bericht richtet sich an alle Menschen, die in vielleicht ganz anderen Jobs auch ähnlich schwierige Verhältnisse vorfinden. Möge es ihnen Mut machen offen auszusprechen, was sie tagtäglich erleben und mögen sie den Mut finden, einen neuen Weg zu gehen. Heute sehe ich Dinge mit mehr Distanz und würde vieles vielleicht nicht mehr in dieser Schärfe und Direktheit schreiben. Doch würde ich wieder in einem solchen Umfeld arbeiten, glaube ich, ich würde wieder ähnliche Worte finden.

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