Für die Frauen (7/10)

Erfahrungsbericht über die Arbeit im Krankenhaus als junger Arzt in Österreich 2009 - Teil 7 von 10

 

Für die Frauen

- in einer patriarchalen Ordnung,

wo noch immer die Männer die Spitzenpositionen besetzen.

 
Ich möchte meinen ganz persönlichen Dank allen Frauen und allen Männern „mit vielen sogenannten weiblichen Anteilen" im und um den medizinischen Bereich aussprechen: Danke.
Frauen lassen Dank ihrer anderen Sozialisation, ihre Gefühle mehr zu als Männer. Leider ist das mit den Männern immer noch so. Wenn ich mich in den Spitälern zum Weinen gefühlt habe, dann waren es fast immer Frauen oder die Männer „mit vielen sogenannten weiblichen Anteilen", die mich oft unausgesprochen verstanden und gestützt haben. Wir leben nach wie vor in einer patriarchalen Welt und die Männer begrenzen sehr ihre eigenen Gefühle. Ein echter Indianer kennt immer noch keinen Schmerz. Die Frauen, die Kinder, die die in der zweiten Reihe stehen, die sogenannten Schwachen weinen sehr oft die Tränen der Männer, der Starrheit und der Härte, des patriarchalen Weltbildes und der Geschehnisse und Tragödien hinter den Türen der Spitäler.
Ich bin dankbar dafür, dass es immer mehr Ärztinnen und Ärzte „mit vielen sogenannten weiblichen Anteilen"gibt. Nicht weil ich ihnen den Job der Veränderung auflaste. Das ist ihre eigene Entscheidung. Nein, weil sie einen Job mit Herz wollen.
 
 

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Der Patientenanwalt und die Defensivmedizin (6/10)

Der Patientenanwalt und die Defensivmedizin (6/10)

Teil 6 von 10 - Erfahrungsbericht über die Arbeit im Krankenhaus als junger Arzt in Österreich 2009
Der Patientenanwalt und die Defensivmedizin sind zwei Parteien, die sich gegenseitig verstärken.
 
Ich konnte es hautnah spüren, wie sehr die Angst vor Fehlern die Ärzte belastet. Es ist wirklich eine große Belastung. Wie kann man den größeren Druck auf Seiten der Ärzte abfangen, nämlich Fehler zu vermeiden, die zwangsläufig Menschen machen? Es gibt dafür momentan in Österreich keine wirkliche Lösung. Es gibt zunehmend klagende Patientenanwälte und eine Medizin, die sich zu einer sogenannten „Defensiv-Medizin“ entwickelt hat. Es ist die logische Konsequenz auf den Druck, den die Ärzte und Pfleger erleben. Dabei versucht man sich abzusichern, indem man das tut, was man nach modernen medizinischen Standards tun sollte. Dann ist man im sicheren Bereich, falls es zu Problemen kommt: „Man hat nach Vorschrift gearbeitet.“ Man verhält sich vorbeugend defensiv den Patienten gegenüber, weil jeder Patient ein potentieller Kläger ist.
Medizin und Heilung (8/10)

Medizin und Heilung (8/10)

Teil 8 von 10 - Erfahrungsbericht über die Arbeit im Krankenhaus als junger Arzt in Österreich 2009
Medizin und Heilung sind nicht dasselbe.
 
In der heutigen Medizin können wir die wenigsten Krankheiten heilen: Wir therapieren, kontrollieren und behandeln die Spitzen der Krankheit mit mehr oder weniger viel Aufwand, aber wir heilen im Grunde nicht. Die Patienten kommen wieder, zu uns oder zu anderen, entweder mit demselben Problem oder einem ähnlichen. Kaum jemand will sich konfrontieren: Scheinbar weder unsere Patienten mit sich selbst, noch die Medizin per se mit sich selbst. Diesem Kerngedanken ist das nachfolgende Kapitel gewidmet. Nebenbei erwähnt steht eine ehrliche und offene Auseinandersetzung mit sich selbst auch anderen alternativ medizinischen Traditionen noch bevor. Unsere medizinischen Erfolge sind oft kurzweilig. Wir drücken Symptome auf ein erträgliches Maß herunter, damit die Patienten wieder das Spital verlassen können. Dann gelten sie statistisch als genesen, gebessert oder behandelt. Die Patienten kommen aber wieder.
Ein Artikel im

Ein Artikel im "Consilium" über die Zustände in den Krankenhäusern 2009

Hier als Download des Originalzeitungsauschnittes vom "Consilium" im Mai 2009, wo ich als anonymer Autor von den Zuständen berichte. Mit einem Kommentar des Turnusärztevertreters Dr. Stefan Halper. Viele KollegeInnen waren damals sehr dankbar, dass jemand ihre Gefühle ausdrückt. Natürlich nur inoffiziell.

Das Wunder des Hinschauens – eine wahre Geschichte über einen Beipackzettel

Das Wunder des Hinschauens – eine wahre Geschichte über einen Beipackzettel

Eines Tages ging ich in eine Apotheke um eine medizinische, antibiotische Seife zu kaufen. Die ältere Apothekerin war sehr freundlich und zeigte mit gleich ein neues Produkt, mit einem klingenden Namen, das zu der Zeit sehr beliebt war. Ich bat die Apothekerin mir zu sagen, welche antibiotisch wirksame Substanz in der Seife ist. Sie schaute die Packung an, dann öffnete sie sie und studierte den Beipackzettel. Sie bot mir dann mehrere Inhaltsstoffe der Seife an, die angeführt waren. Ich fand aber, dass nichts davon eine antibiotische Wirkung haben konnte. Die Apothekerin wurde etwas verlegen: Da stand eine erfahrene Apothekerin mit einem Arzneimittel vor einem jungen Arzt, der ihr sagte, dass ihr Medikament kein Arzneimittel enthielt. Ich wollte eigentlich die Sache auf sich beruhen lassen. Doch sie bat mich um meine Kontaktdaten und meinte, sie werde der Sache nachgehen.
Was heilt wirklich?

Was heilt wirklich?

Ich habe als Arzt gearbeitet, als Alternativmediziner und als spiritueller Lehrer.

Das einzige, was ich gesehen habe, was wirklich hilft um zu heilen, ist es, wenn Menschen seelisch wachsen:

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